Fundstelle Bundenbach

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Informationen rund um die Fundstelle Bundenbach

Die Fossilienfundstelle Bundenbach befindet sich im Hunsrückschiefer.
Diese Schieferformation entstand in einem flachen Meeresarm, der über eine längere Zeit große Mengen Ablagerungsprodukte (Gerölle und feinere Bestandteile) aufgenommen hat. Sie wurde vor allem im Rahmen des traditionellen Dachschieferabbaus im Raum Bundenbach / Gemünden erschlossen. Hier werden bzw. wurden die Fossilien der Meeresfauna eines unterdevonischen Flachmeeres gefunden. Die fossilien Funde sind meistens außergewöhnlich gut, mit präzisen Feinstrukturen in der Regel pyritisiert oder verkieselt erhalten.

Der Dachschieferbergbau wurde urkundlich erstmals am 13. Oktober 1300 durch einen Kaufvertrag für ein Dachschiefergrubenteil bei Acharach/Rhein erwähnt. Besonders im 17. und 18. Jahrhundert wurde der chieferbergbau
in großem Umfang betrieben, da die in dieser Zeit zahlreich errichteten Repräsentationsbauten weltlicher und kirchlicher Art diesen Baustoff für Dächer und Fassaden benötigten. Ob man in dieser Zeit, oder aber auch schon davor auf die Fossilien aufmerksam wurde ist nicht genau bekannt, jedenfalls gibt es aus dieser Zeit keine Belegstücke in den alten Sammlungen.

Da der Abbau des Dachschiefers immer unrentabler wird schliessen leider nach und nach alle Gruben.



Präparation der Fossilien aus dem Hundsrückschiefer

Der Hundsrückschiefer ist aus sehr feinkörnigem Tonschiefer entstanden.
Es werden zwei Arten von Schiefern unterschieden, der Plattenstein und der Krappstein. Der Plattenstein ist feinkörnig und relativ weich aufgebaut und eignet sich somit zum präparieren besonders gut, der Krappstein dagegen ist oft grobkörniger und härter und bereitet dem Präparierenden meist größere Schwierigkeiten zumal die Fossilien in diesem Gestein meist zerbrochen oder verzerrt sind.
Die Fossilien des Hundsrückschiefers sind meistens verkieselt oder pyritisiert erhalten. Selten findet man Fossilien in Kalkerhaltung und hier im speziellen nur einige wenige Spezies.
Durch das feinkörnige Tonmaterial hervorgerufen sind die Fossilien immer eng und fest in diesem eingeschlossen. Relativ selten liegen die Fossilien in exakter Spaltrichtung des Schiefers. Meistens sind sie in einem Winkel zur Spaltrichtung eingebettet , was bedeutet, dass die Fossilien durch das reine Spalten nicht vollständig freigelegt werden. Meistens müssen sie deshalb durch Präparation nachgearbeitet werden.
Da die Fossilien äußerst eng mit dem tonigen Material umgeben sind eignet sich die Präparation durch Schlagen d.h. mit Hammer und Meißel überhaupt nicht. Ebenso ungeeignet ist in der Regel die Freilegung der Fossilien mit Stahl- und Messingbürsten da diese Arbeitsgeräte die überaus feine Strukturen der Fossilien zerstören. Von chemischen Präparationen sollte man ebenfalls Abstand nehmen.
Für die Fossilien des Hundsrückschiefers eignet sich eigentlich nur ein Verfahren der Präparation, das frei schaben des Fossiles. Dies geschieht
in aller Regel mit scharf angeschliffenen Nadeln, Messern und Feilen unter dem Mikroskop.
In den Instituten werden heutzutage mit Sandstrahlgeräten die Präparationen beschleunigt. Dies ist aber für den privaten Gebrauch auf Grund der teuren Apparaturen zu aufwendig.
Zum Schluss sei noch erwähnt, dass die feinen Strukturen der Fossilien nur richtig und vollständig heraus präpariert werden können, wenn die Rohplatte vorher geröntgt wurde um alle Feinheiten als sogenannten Wegweiser zur Präparation erkennen zu können. Darüber hinaus kann vorher entschieden werden, ob sich eine in der Regel immer sehr zeitaufwendige Präparation überhaupt lohnt. Die blinde Präparation führt erst zur Klarheit wenn diese beendet ist.