Fundstelle Kall

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Informationen rund um die Fundstelle Kall

Erzgewinnung und Verhüttung im Raum Mechernich-Kall
Der Bergbau im Bereich Mechernich ist vermutlich schon von den Römern, oder vielleicht sogar von den Kelten betrieben worden. Der Bergbau wurde ausschließlich auf derbe leicht aufbereitbare Erze betrieben. Diese Erze entstanden in Klüften kalkiger Schichten des Oberen Mitteldevons, sowie in Buntsandsteinschichten.

Aus dem frühen Mittelalter sind keine Belege über Bergbauaktivitäten bekannt. Erst im Jahre 1394 kann man aus einer urkundlichen Erwähnung den Metallerzbergbaus im Raum Mechernich-Kall nachlesen. Bis zur französischen Besetzung unterstand der Mechernicher Bleibergbau verschiedenen Landesherren. Das abgebaute derbe Bleiglanzerz wurde durch Abrösten gewonnen. Die Erzausbeutung der nutzbaren Vorkommen war sehr unterschiedlich, was den Bergbau auf eine große Zahl kleiner Abbaustellen verteilte. Außer der Existenz einer Schmelzhütte bei Kall ist über die Verarbeitung der Erze aus dieser Zeit nichts näheres bekannt.
Mit der Erfindung des „Beutelkorbes“ im 15. Jahrhundert wurde es möglich, die Bleierzknollen aus den weichen Sandsteinschichten, die den Hauptteil der Lagerstätte ausmachen, zu gewinnen. Dieses einfache Aufbereitungsgerät bestand aus einem Holzgestell mit Bügelgriff. Der im Gestell gelagerte Korb aus dünnen Weidenruten oder Messingdraht war so dicht geflochten, dass nur der lose feine Sand des zerreibbaren Sandsteins durch die Maschen fiel , die Bleierzknollen aber zurückblieben. Mit Handhaspel und Holzkübel wurde nur das Knollenkonzentrat zu Tage gefördert, der Sand blieb aber in der Grube zurück. Der Beutelkorb wurde bis in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts verwendet.
Zur Mitte des 15. Jahrhunderts setzte so mit dem Eigenlöhnerbergbau (Bergbau als Nebenerwerb meist familiär betrieben) eine erste Blüte des Bergbaus am Bleiberg ein, der im Laufe der Jahrhunderte den gesamten Bleiberg mit Tausenden kleiner runder Schächte (sogenannte „Reifenschächte“) und den dazu gehörenden Sandhalden überzog.
Wegen der völligen Bergfreiheit wurde der Bergbau hauptsächlich von den Bauern als Nebenerwerb in rücksichtslosem Raubbau betrieben, wobei sich der Landesherr nur den Zehnten vom Erz und das Vorkaufsrecht auf das Silber vorbehielt. Zum Schutze der Lagerstätte wurde 1578 schließlich von den Fürsten von Arenberg eine strenge Bergordnung erlassen.

Vor allem eindringendes Wasser setzte dem Eigenlöhnerbergbau ein Ende, so dass die Lagerstätte von 1583 – 1629 nahezu brach blieb.
Eine Wende trat im Jahre 1629 ein. Drei Großkaufleute verpflichteten sich zum Bau eines Wasserlösungsstollens und erhielten dafür die alleinigen Abbaurechte im Einzugsbereich des Stollens. Einer der Kaufleute war Johann MEINERTZHAGEN aus Köln. Die Meinertzhagensche Unternehmensgruppe sollte bis in das 19. Jahrhundert eine der größten Bergbautreibenden im Mechernicher Revier bleiben.
Der Stollenbau erwies sich als ein solcher wirtschaftlicher Erfolg, dass 1690 ein weiterer Stollen 17,5 m tiefer aufgefahren wurde, der 1756 durch einen dritten Stollen, den Elisabeth-Stollen, ersetzt wurde, der mit einer Länge von 2,7 km über 100 Jahre den größten Teil des Grubengeländes entwässerte.

Der Stollenvortrieb verbesserte die Kenntnis der Lagerstätte, durch das Absenken des Grundwasserspiegels wurde es so möglich, mehrere, übereinanderliegende Knollenflöze abzubauen, wobei die zwischengelagernden festen Schichten und genau übereinander angeordnete Sicherheitspfeiler die Standfestigkeit des Grubengebäudes garantierten.

1794 besetzten die französischen Truppen das linke Rheinufer. Der Mechernicher Bleiberg entwickelte sich unter der französischer Herrschaft in kurzer Zeit zum ergiebigsten Bleierzbergau des neuen Kaiserreichs. Verantwortlich dafür waren zum einen das neue französische Bergrecht, welches zur Neuverteilung der Konzessionen auf Kosten der Eigenlöhner führte und die steigenden Bleipreise.

Der noch heute für die Entwässerung der gesamten Lagerstätte wichtige Burgfeyer Stollen wurde 1807 angesetzt (Länge 7450 m). Mit der Gründung von Aktiengesellschaften erfolgte eine Konzentration auf nur drei Bergbauunternehmen und besonders die Aktivitäten der Familie KREUSER leiteten eine Epoche der technischen Entwicklung ein, die den Bleiberg zu dem damals modernsten Bergwerks- und Hüttenbetrieb machten.

Nach fast 40-jähriger guter Bergbautätigkeit war schließlich die Glanzzeit des Mechernicher Bergbaus beendet. Der „Mechernicher-Bergwerks-Aktien-Verein“, der mittlerweile zum Alleineigentümer geworden war, zahlte ab 1893 keine Dividenden mehr aus.


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